Jetzt, nach gut zwei Wochen Vietnam, nach einigen Staedten, nach einigen Begegnungen, nach einigen Bier, Zigaretten und Diskussionen, glaube ich an den Punkt gekommen zu sein, ein Entwicklungsland richtig betrachten und richtig bereisen zu koennen; aber was ist schon “richtig”?
Generell: Es ist nicht moeglich sich an die Verhaeltnisse anzupassen oder zu adaptieren. Jeglicher Versuch, wie gut man die Sprache beherrscht und wie gut man auch die Geschichte kennt, wie gut man die Mentalitaet versteht und wie sehr man sich bemueht, man wird immer der ‘‘reiche” Wessie sein, der mit viel Geld durch die Welt reist. Dies ist der gravierendste, der elementarste, Unterschied zu Laendern wie Neuseeland oder Australien, in denen man untertauchen kann. Wenn man das verstanden und akzeptiert hat, dann, so meine Erfahrung, faellt es einem leichter das zu machen, was man, meiner Meinung nach, als reicher Wessie in einem Entwicklungsland tun sollte: man sollte dieses Land besuchen, offen sein sich ueberraschen zu lassen, sich fuer dieses Land interessieren und sich foermlich durcharbeiten.
Man sollte nicht an all den tollen Sandstraenden mit all den Pauschalurlaubern haengen bleiben, nur weil einen alles an die Mallorcastraende erinnert, nicht in den klimatisierten Bussen sitzten bleiben und sich von Sehenswuerdsigkeit zu Sehenswuerdigkeit kutschieren lassen, vorbei an all dem Leben, den Menschen und Kindern auf den Strassen, geschuetzt hinter einer Glasscheibe, die einen abschottet und fern haelt von dem was da draussen ist, nur weil die alten Tempel so “schoen alt und mystisch” nach Bildern rufen.
Nicht das ihr mich falsch versteht. Nur weil man, statt der Touristenbusse, den “local bus” nimmt, probiert sich mit Haenden und Fuessen zu verstaendigen und probiert drei Brocken Vietnamesisch zu sprechen, lacht, sich zusammenquaetscht; Nur weil man daraufhin eingeladen wird Obst, Roggenkerne und Kekse zu teilen, von Leuten, denen man nicht zugetraut haette ueberhaupt noch etwas zu teilen, und Teil dieser Busfamilie wird, macht aus mir noch keinen heiligen Reisenden auf einer Mission. Aber es zeigt einem, wie das Land wirklich ist, ungeschminkt, manchmal alt, manchmal jung, freundlich, zuvorkommend, einladend, manchmal aber auch arm, dreckig oder behindert (auch wenn das Wort einen fluchenden Charakter hat, soll es hier im eigentlichen Sinne stehen), aber so wie es nun mal ist: mit einer Vergangenheit, einer Gegenwart, einer Realitaet, einer Zukunft, verpackt in vielen Gesichtern.
Es ist nicht einfach, und wer will schon sagen was richtig und falsch ist, aber respektvoll, interessiert, hinterfragend, nachhaltig zu reisen, ist eines der Wege, denen ich am ehesten folgen wuerde. Und manchmal ist es doch einfacher als man denkt…
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After two weeks in Viet Nam, after several cities, after meeting people, seeing the country, after more beer and cigarettes and uncountable discussions, I think I got to the point I would say how to travel the right way; what does it mean right?
In general: It is not even possible to adapt yourself onto the Vietnamese culture. Every try will fail at the point to where you want to submerge with the culture, with the folk. How good you know the language, the culture or even the mentality, you will be always the rich western guy, who travels with a lot of money. This is the strongest difference between New Zealand, Australia or Europe. You cannot hide. But as far as you accept it, it will get a lot easier to make your way through the country. So my opinion, now. But you can try to step out of the official touristy routes, you can try to visit the country as you would visit a good friend, be interested what he has to tell and work yourself through his mind.
Don’t stay at this nice beaches just you know them from South France, don’t stay all the time in these air conditioned couches that bring you from sight seeing to sight seeing, passing all the life and people on the street, secured by a double-glass window, just because it doesn’t matter you; it matters.
I mean don’t missunderstand me. Just because I took the local bus, just because we tried to communicate with hands and feed, just because we tried to speak two words of Vietnamese, because we laughed together, we squeezed together, and they replied by offering us fruits, seeds and cookies, sharing with us what they had, just all these things don’t make a holy person out of me. But it shows the country without its make-up, sometimes young, sometimes old, friendly, helpful, sometimes poor, sometimes handicaped. But it shows you how it is; with a history, with a present, with a reality and a future: many faces.
It is not easy, and who want to judge what is right and what is wrong, but traveling sustainable and responsable should be one of the goals I would follow. And sometimes it is easier as you think…
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Ich kann nur sagen: WOW. Ich freu’ mich auf die Erzählungen und hoffe, das der hohe Norden, den wir ja dann etwas erkunden werden, auch noch etwas Spannendes zu bieten hat.
Viel Spaß (?) oder besser: eine tolle Zeit in einem anderen Teil der Welt. (Vielleicht ein/zwei Fotos für den Rest der Welt :-)
Viele Grüße Andreas
P.S. Wir haben eine neue Wohnung! Wenn Dich also der Sonnenuntergang über den Dächern von Augsburg auch noch reizt, dann kannst Du gern ein paar Tage eher kommen und eine paar kühle Drinks auf der Dachterrasse nippen ;
) :) :-D— amh · Mär 19, 02:09 · #
Übrigens, Du kannst Dich weiterhin sorglos in jegliches Abenteuer stürzen – wir haben für das Norwegen-WoMo eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen ;-) Also viel Spaß noch und … Hals und Beinbruch (wer hat sich eigentlich diese kranke Redewendung ausgedacht??) LG, Ines
— ines · Mär 21, 04:50 · #