2008-04-15 17:21
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Sapa liegt ca. 190 km noerdlich von Hanoi und 40 km von der Chinesischen Grenze entfernt. Sapa ist ein kleines Bergdorf — und schoen. Oder besser gesagt es war schoen, BEVOR zum ersten Mal der Strom an Touristen ueber die Nachtzugverbindung von Hanoi nach Sapa eingebrochen ist.
Es gab da die Hauptstrasse, die von Lao Cai hoch nach Sapa fuehrte und vielleicht ein oder zwei Seitenstrassen mit den kleinen Laeden und Staenden and den Seiten — die Menschen gingen ihren Geschaeften nach und vielleicht sind ab und zu Gaeste aus Hanoi und der Umgebung gekommen, um in den umliegenden Bergen die Gipfel zu erklimmen.
Heute geht man ueber die Strasse, verfolgt von einer Traube von Leuten, meist aus den Minderheitengruppen, die einem Kleidung, Schmuck und Marihuana verkaufen wollen, vorbei an Hotels, an Restaurants, an Hotels, an Bars, an Hotels. Und aus einer Vielzahl an Tourcafes kann man sich die wildesten Abenteuer-Trips zusammenstellen.
Ich bin Teil davon. Ich fahre mit dem Zug nach Sapa, sitze in den Cafes und Retaurants und kaufe auch noch das Zeug. (Natuerlich nicht das Marihuana.) Warum? Weil wir eigentlich nur das Beste wollen!
Nicht fuer uns, sondern fuer all diejenigen, die nicht mit in Sapa sein konnten, fuer all die Zuhausgebliebenen, fuer all die, an die wir denken und die hoffentlich auch an uns denken.
Wir kaufen diese unsaegliche Anzahl an Souvenirs, Dinge, die es nur in Sapa gibt, komische Muster, Taschen, Seide, handgefertigter Schmuck, Dinge, die in dieser Kultur eine Bedeutung haben, Freundschaft, Staerke, Anerkennung — Andenken. Wir kaufen es und machen es uns zu Nutze.

Ich mag es nicht, aber ich eigentlich will ich doch nur das Beste.

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Sapa is 190 kilometers north of Hanoi and 40 kilometers away from the Chinese border. Sapa is a little mountain village — and beautiful. Or better to say, it WAS beautiful, before the stream of tourists covered the streets up and down the hill, coming every morning with the night train from Hanoi.
There was this main street coming up from Lao Cai and maybe one or two little backroads with small shops and stores on each side — the people were busy doing their business. And here and there, there was maybe a foreigner looking for the right track leading to the summits.
Today you walk over the streets, chased by a group of people trying to sell you everything, from clothes to pot, passing hotels, restaurants, hotels, bars and shops. And tonnes of tour-cafes offering every kind of adventure you are looking for.
I am part of this whole machine. I am taking the train to Sapa, I am sitting in these cafes and restaurants and buy all the stuff. (Of course not the pot) Why? Because we just want to be kind!
Not for us, but for all the people who couldn’t be with us in Sapa, who awere left home, for all the people we think of and who hopefully think of us.
We are buying all these souvenirs, things we like we think other like as well, things who just exist in Sapa, weird patterns on clothes, bags, silk, handmade jeweleries, things which have a special meaning in that culture, friendship, strength, honor — souvenir. We adapt them for us.

I don’t like it, but I just want to be kind.

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2008-04-13 20:28
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Durch die Strassen laufen und den Anweisungen der Partei lauschen:

  • Du sollst Dich jeden Tag bewegen und Sport machen. Aerobik, aber auch Laufen tuen der Gesundheit und dem Wohlbefinden gut.
  • Bald wird der Wechsel zum Kommunismus vollstaendig vollendet sein.
  • Du sollst nicht stehlen.

An der Ecke den Herren beim Kartenspiel und Saufen zusehen, waehrend die Frauen schwer beladen ueber die Strassen laufen und versuchen Ware zu verkaufen. Und sie verdienen doch nichts.

Den Jugendlichen beim Skateboarden und Biken zusehen, waehrend im Hintergrund die Statue von Lenin hell erleuchtet erscheint.

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Walk through the streets and listen to the orders of the party:

  • You should move every day. Do sports like aerobic and running to keep you healthy.
  • Soonish the change to communism will be succeeded.
  • Don’t steel.

Watch the guys how they play the cards and drinking their rice wine, while their wifes running over the streets, heavily packed with stuff to sell. And they still don’t earn anything.

Watch the youth skateboarding and biking over the square in front of the statue of Lenin, brightly illuminated in the background.

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2008-04-12 21:05
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Mein Name ist Ker, ich bin 20 Jahre alt und gehoere der Hoang Minderheit hier in Sapa an.
Du arbeitest als Bergfuehrer?
Ja. Meistens fuer ein Hotel hier gleich die Strasse hoch, aber manchmal auch privat — ein, zwei Tage, manchmal auch laenger.
...
Und mit Deinen 20 Jahren bist Du noch nicht verheiratet? Ist das nicht ungewoehnlich?
Ja , das stimmt. Mit 20 Jahren gilt man eigentlich schon als unverheiratbar, als “ueber-das-Alter-hinaus”. Vielleicht heirate ich auch tatsaechlich nicht mehr, aber ich wollte nie jemanden einfach nur als Mann nehmen, wegen seines Geldes, oder wegen seines Landes, oder wegen seiner Macht, wie es manchmal die Touristen tun.
Was meinst Du?
Manchmal habe ich in meiner Reisegruppe diese Paearchen, er 55 oder so und sie vielleicht gerade 30 Jahre alt.
Wenn ich heirate, moechte ich aus Liebe heiraten.
...
Einmal hatte ich so einen Alten aus Europa bei mir in der Gruppe. Der war ganz begeistert von mir und wollte seine Tour von einen auf drei Tage verlaengern — um mich alleine zu haben. Ich habe dem Tourmanager gesagt ich will das nicht. Er meinte dann ich muesse, weil es Geld bringt, aber ich sagte ihm, dass der Alte irgendwie komisch sei. Daraufhin hat der Manager ihm dann die Verlaengerung verweigert. Der Alte ging dann sogar mit Blumen zu meinen Eltern und fragte, ob er mit mir gehen darf, aber ich sagte ihm er sei verrueckt und dass ich nciht mit ihm gehen werde.
...
Wenn wir einen Freund haben, dann laufen wir mit ihm durch die Strasse und reden viel. Wir halten aber nie Haendchen oder kuessen uns. Kuessen ist ganz komisch. Vielleicht kuesst man sich, wenn man verheiratet ist, aber nie in der Oeffentlichkeit. Wenn ich Touristen auf der Strasse sich kuessen sehe, schaue ich immer weg. Einmal hatte ich ein Paearchen bei mir in der Gruppe, die mussten sich alle 20 Minuten kuessen. Da habe ich jedesmal den Regenschirm aufgemacht um mich dahinter zu verstecken.
...
Ich wuerde gerne mehr lernen und wieder zu Schule gehen. Zum Beispiel mehr Englisch lernen. Vielleicht sogar studieren, aber es ist sehr schwierig von hier wegzugehen. Aber nach Hanoi wuerde ich gerne mal fahren.

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My name is Ker, I am 20 years old and belong to the Hoang minority group in this region.
Your working as a guide?
Yeah, most of the time for a hotel just up the street, but sometimes people come and ask me if I want to do a private tour — one, two, sometimes three times, but of course just when there is no hotel job.
...
At the age of 20 you are still not married. Isn’t it uncommon?
Yes, that’s right. At the age of 20 you are usally already “unmarryble”. Maybe I will never marry. smiles But I never wanted a man just because of his money, his land or his power. Sometimes I see couples like that.
What do you mean?
Occasionally there are couples in my group, he 55, she maybe 30. Than you know what’s going on. When I marry, I want to marry because of love.
...
Once I got this old European guy in my group. He was totally fascinated about me. She says that without any arrogance So he went to the hotel manager and asked him if he could change his tour from one day to three days, just to see me. I said to the manager that I don’t want that, but first he argued with the extra money. I explained him that the guy is weird and that I don’t like him and that he tries to be close to me. The manager finally agreed and told the guy that it wouldn’t be possible. Then the old went to my family and asked them if he could be my boyfriend and brought flowers to my mother. My parents said yes, but I still didn’t wanted to be with him. I said he is crazy and that he should go away so he finally gave up.
...
If we have a friend, we will walk through the streets talking, while our families try to sell stuff. But we never holding hands or kissing each other. Kissing is odd. Maybe you kiss your husband after you get married but never on the streets. When I see tourists kissing each other I always look away. Once I got this couple in my group who was kissing every 20 minutes. After a while I took my umbrella and hided myself behind it because I felt so ashamed about it.
...
I would like to go to school again. I want to learn more.
What
Everything. English would be nice. Maybe I could study on university, but it’s very hard for us to leave, but I would like to see Hanoi eventually.

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Anecdotes

2008-03-25 19:34
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Morgens aufstehen und unter dem Moskitonetz hervorkrabbeln, weil jeder einem weiss machen will, dass Malaria die groesste Gefahr in diesem Land ist, aber in Wahrheit nur noch ein paar Bergregionen gefaehrdet sind — das Dengue Fieber interessiert hier eh keinen.

Dann erst mal eine gute Nudelsuppe zum Fruehstueck plus einem “Good Morning Resischnaps”, um den fahle Gefuehl im Magen des Vorabends wegzukriegen; natuerlich verursacht durch Reisschnaps.

Blindlings ueber die Strasse zum Cafe laufen und sich von einem Strom von Mopeds umfahren lassen, ohne Gefahr zu laufen umgefahren zu werden: Die Vietnamesen haben zwar den verruecktesten Fahrstil, den ich bisher gesehen habe, dafuer aber die groesste Aufmerksamkeit auf der Strasse.

Durch die Stadt laufen und sich von unermuedlichen Mopedtaxi-Fahrern, Cyclo-Taxi-Fahrern (das sind Dreiraeder mit einem Sitz vorne), und Obst- Gemuese- Fisch und Fleischmarktfrauen anlabern lassen — zurueck in Deutschland werde ich mir auf der Strasse wieder so unwichtig vorkommen. “ ‘ello, you, Moddobike? Moddobike?”

Probieren sich fuer ein paar Bananen nicht ueber den Tisch ziehen zu lassen — gaenzlich unmoeglich, aber ich probiere es immer wieder gerne.

Auf in ein Restaurant und eine gute westliche (leckere!) Mahlzeit zu Studenten-Mensa-Preisen einnehmen.

Die tausend und zweite Pagode mit Chinesen und Europaeern im Vodergrund fotografieren — oder besser gesagt VERMEIDEN zu fotografieren.

In ein Cafe gehen und einen leckeren Kokusnuss-Shake in einem Zug leeren.

Die bettelnden Muetter mit Kindern auf den Armen ignorieren, weil es wahrschenlich erstens nicht ihre eigenen Kinder sind und sie zweitens fuer irgendeinen “Zuhaelter” arbeiten. “Richtige” Armut findet man in den Touristenvierteln nicht.

Und Abends in einem Hanoier Jazz-Club sich besten westlichen Jazz von Vietnamesen anhoeren — gute Musik kennt einfach nur eine Sprache!

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Get up early in the morning and crawl out of the mosquito net because everybody says Malaria is the biggest risk in the country but the truth is that just a few regions up in the north are really dangerous — and nobody cares about the Dengue fever.

Then get a good pho noddle soup and a schnaps for breakfast to get rid of the hangover — of course you had just a few schnaps to much the night before.

Run blindly over the street to the next cafe and get surrounded by a stream of motorbike drivers without getting injured. The Vietnamese people have the craziest driving style I have seen so far but they are still taking much more care about you on the street than in every other country.

Walk through the city and get appealed by hundreds of motorbike and cyclo taxis as well as by market-woman selling fruits, vegetables fish or meat. Back in Germany I will be so unimportant again. “‘ello, you, Moddobike? Moddobike?”

Try not to get cheated while buying bananas — it is totally impossible but I like trying it every time again.

Go into a western style restaurant and order a proper delicious meal for the price of a uni cafeteria snack.

Photograph the thousand and second pagoda with Chinese and Europeans in the foreground — or better to say: don’t do it!

Go into a cafe and chug-a-lug a coconut-shake.

Ignore the begging of the mothers with their child on their arms because first of all they are probably not their own child and second they are working for a kind of mafia. The true poverty you will not find in a touristy quarter.

And at night enjoy a Hanoi Jazz Club listening to good Blues — good music just know one language.

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2008-03-16 13:44
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Jetzt, nach gut zwei Wochen Vietnam, nach einigen Staedten, nach einigen Begegnungen, nach einigen Bier, Zigaretten und Diskussionen, glaube ich an den Punkt gekommen zu sein, ein Entwicklungsland richtig betrachten und richtig bereisen zu koennen; aber was ist schon “richtig”?

Generell: Es ist nicht moeglich sich an die Verhaeltnisse anzupassen oder zu adaptieren. Jeglicher Versuch, wie gut man die Sprache beherrscht und wie gut man auch die Geschichte kennt, wie gut man die Mentalitaet versteht und wie sehr man sich bemueht, man wird immer der ‘‘reiche” Wessie sein, der mit viel Geld durch die Welt reist. Dies ist der gravierendste, der elementarste, Unterschied zu Laendern wie Neuseeland oder Australien, in denen man untertauchen kann. Wenn man das verstanden und akzeptiert hat, dann, so meine Erfahrung, faellt es einem leichter das zu machen, was man, meiner Meinung nach, als reicher Wessie in einem Entwicklungsland tun sollte: man sollte dieses Land besuchen, offen sein sich ueberraschen zu lassen, sich fuer dieses Land interessieren und sich foermlich durcharbeiten.

Man sollte nicht an all den tollen Sandstraenden mit all den Pauschalurlaubern haengen bleiben, nur weil einen alles an die Mallorcastraende erinnert, nicht in den klimatisierten Bussen sitzten bleiben und sich von Sehenswuerdsigkeit zu Sehenswuerdigkeit kutschieren lassen, vorbei an all dem Leben, den Menschen und Kindern auf den Strassen, geschuetzt hinter einer Glasscheibe, die einen abschottet und fern haelt von dem was da draussen ist, nur weil die alten Tempel so “schoen alt und mystisch” nach Bildern rufen.

Nicht das ihr mich falsch versteht. Nur weil man, statt der Touristenbusse, den “local bus” nimmt, probiert sich mit Haenden und Fuessen zu verstaendigen und probiert drei Brocken Vietnamesisch zu sprechen, lacht, sich zusammenquaetscht; Nur weil man daraufhin eingeladen wird Obst, Roggenkerne und Kekse zu teilen, von Leuten, denen man nicht zugetraut haette ueberhaupt noch etwas zu teilen, und Teil dieser Busfamilie wird, macht aus mir noch keinen heiligen Reisenden auf einer Mission. Aber es zeigt einem, wie das Land wirklich ist, ungeschminkt, manchmal alt, manchmal jung, freundlich, zuvorkommend, einladend, manchmal aber auch arm, dreckig oder behindert (auch wenn das Wort einen fluchenden Charakter hat, soll es hier im eigentlichen Sinne stehen), aber so wie es nun mal ist: mit einer Vergangenheit, einer Gegenwart, einer Realitaet, einer Zukunft, verpackt in vielen Gesichtern.

Es ist nicht einfach, und wer will schon sagen was richtig und falsch ist, aber respektvoll, interessiert, hinterfragend, nachhaltig zu reisen, ist eines der Wege, denen ich am ehesten folgen wuerde. Und manchmal ist es doch einfacher als man denkt…

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After two weeks in Viet Nam, after several cities, after meeting people, seeing the country, after more beer and cigarettes and uncountable discussions, I think I got to the point I would say how to travel the right way; what does it mean right?

In general: It is not even possible to adapt yourself onto the Vietnamese culture. Every try will fail at the point to where you want to submerge with the culture, with the folk. How good you know the language, the culture or even the mentality, you will be always the rich western guy, who travels with a lot of money. This is the strongest difference between New Zealand, Australia or Europe. You cannot hide. But as far as you accept it, it will get a lot easier to make your way through the country. So my opinion, now. But you can try to step out of the official touristy routes, you can try to visit the country as you would visit a good friend, be interested what he has to tell and work yourself through his mind.
Don’t stay at this nice beaches just you know them from South France, don’t stay all the time in these air conditioned couches that bring you from sight seeing to sight seeing, passing all the life and people on the street, secured by a double-glass window, just because it doesn’t matter you; it matters.

I mean don’t missunderstand me. Just because I took the local bus, just because we tried to communicate with hands and feed, just because we tried to speak two words of Vietnamese, because we laughed together, we squeezed together, and they replied by offering us fruits, seeds and cookies, sharing with us what they had, just all these things don’t make a holy person out of me. But it shows the country without its make-up, sometimes young, sometimes old, friendly, helpful, sometimes poor, sometimes handicaped. But it shows you how it is; with a history, with a present, with a reality and a future: many faces.

It is not easy, and who want to judge what is right and what is wrong, but traveling sustainable and responsable should be one of the goals I would follow. And sometimes it is easier as you think…

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